Schön unbequem


Wir leben in einer Welt, die Harmonie liebt, solange sie nicht stört. Anpassung wird belohnt, Zweifel werden weggelächelt, und wer Fragen stellt, gilt schnell als kompliziert. Doch genau dort, wo es unbequem wird, beginnt Entwicklung.


Schön unbequem“ steht für Menschen, die hinschauen, wo andere wegsehen. Die verstehen wollen, statt nur zu funktionieren. Für Frauen und Männer, die bereit sind, Gesundheit, Leistung und Selbstverständnis neu zu denken, ehrlich, differenziert und mit Rückgrat. Vielleicht brauchen wir genau das heute mehr denn je, Räume, in denen Echtheit wichtiger ist als Perfektion. Wo Fragen erlaubt sind, Widerspruch Platz hat und Nachdenken kein Luxus ist. 


Schön unbequem“ soll so ein Raum sein: ehrlich, menschlich, vielstimmig. Ich lade dich ein, mitzudenken, mitzuschreiben, zu widersprechen oder einfach deine Perspektive zu teilen. Denn Veränderung beginnt selten laut, aber meist dort, wo jemand den Mut hat, ehrlich zu sein.

2025-11-10

Ich frage mich, ob Frauen jemals einfach nur da sein dürfen, ohne etwas zu leisten.

Ich habe diese Woche einen Artikel gelesen, der mich ziemlich nachdenklich gemacht hat. Der Titel: „Frauen stemmen Care-Arbeit, Job und Familienleben – aber feiern dafür sich selbst zu wenig“ (taz, Juli 2024).

Ein Satz blieb hängen:

„Die moderne Frau soll funktionieren, fühlen, führen und möglichst dabei noch lächeln.“

Und ich dachte: Stimmt. Aber das ist nicht mein Problem. Mein Problem ist, dass ich das alles selbst so lange mitgemacht habe.

Dass ich funktioniert habe. Gefühlvoll war. Mich zerrissen habe, um alle Rollen irgendwie zu erfüllen und dachte, das sei normal.

Ich habe die Kinder zum Sport gefahren, während ich E-Mails diktiert habe.
Ich habe alles organisiert, während ich krank war. Ich habe hingehört, getragen, ermöglicht, ausgehalten.

Und irgendwann gemerkt:

Ich bin so damit beschäftigt, stark zu sein, dass ich mich selbst kaum noch spüre. Es war nicht der Mann, nicht der Job, nicht die Kinder, die das von mir verlangt haben.

Ich war es. Ich selbst, die dachte, das müsse so sein.

Plötzlich merkte ich, wie tief dieses Ideal in mir verankert war :
Dass ich mich nur dann gut fühlen darf, wenn ich etwas leiste.
Wenn ich produktiv bin.
Wenn ich etwas abarbeite.
Wenn ich jemanden unterstütze.

Sobald ich einfach mal da war, leer, müde, ohne etwas zu tun, kam sofort das schlechte Gewissen. So, als hätte ich kein Recht auf Existenz, wenn ich nicht nützlich bin.

Ich frage mich, wie es wäre, wenn wir alle wirklich glauben könnten, dass unser Wert nicht an Leistung hängt. Dass wir auch dann wertvoll sind, wenn wir müde sind. Oder traurig. Oder leer. Dass wir auch dann wichtig sind, wenn wir nichts auf die Reihe bekommen.

Ich habe keine Antwort.
Aber ich spüre, wie sehr ich mir das für alle Frauen wünsche.
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Admin - 16:48:43 | Kommentar hinzufügen

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