2025-11-24
Neulich bin ich über eine Statistik gestolpert, die mich gleichzeitig wütend und traurig gemacht hat.
Im „Faktencheck Frauengesundheit“ der Robert Bosch Stiftung heißt es:
„Frauen leben im Schnitt länger als Männer, aber sie verbringen deutlich mehr Jahre ihres Lebens mit Einschränkungen durch Krankheit oder Beschwerden.“
Was das bedeutet? Dass wir zwar länger, aber ungesünder leben.
Und zwar vor allem mit Dingen wie:
🧠 Migräne
🧠 Erschöpfung
🧠 Schlafstörungen
🧠 chronischen Schmerzen
🧠 Autoimmunerkrankungen
🧠 und diesen berühmten „diffusen Beschwerden“, bei denen man uns am Ende oft sagt: „Das ist halt psychisch.“
Dazu passt auch diese Statistik hier:
„Frauen erhalten bei gleichen Symptomen später eine Diagnose als Männer, vor allem bei Herzerkrankungen, ADHS oder Long Covid.“
(BMFSFJ, Gleichstellung in der medizinischen Forschung, 2023)
Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich in meiner Praxis Sätze höre wie:
„Ich war schon bei so vielen Ärzten. Blutwerte unauffällig. Aber ich bin trotzdem wie ausgeknipst.“
Oder:
„Mir wurde geraten, mich einfach mal ein Wochenende auszuruhen.“
Ich frage mich: Wenn ein Mann mit drei Wochen Dauermüdigkeit, Schmerzen und Konzentrationsproblemen in eine Klinik kommt, würde man ihm dann auch einfach mal „eine Runde Yoga“ empfehlen?
Wir Frauen bekommen oft keine Behandlung, sondern Tipps.
Keine Diagnostik, sondern Ratschläge. Keine Antworten, sondern Zweifel.
Und dann wundert man sich, dass viele sich zurückziehen. Sich selbst nicht mehr ernst nehmen. Denken: Vielleicht bilde ich mir das ja wirklich nur ein.
Aber nein. Du bildest dir nichts ein. Du lebst nur in einem System, das jahrzehntelang ignoriert hat, dass Frauen anders “gebaut” wurden.
Ich glaube, es ist Zeit, dass wir das ändern. Nicht irgendwann. Jetzt!
🧠 Quellen:
Robert Bosch Stiftung: „Faktencheck Frauengesundheit“ (2023)
BMFSFJ: Gleichstellung in der medizinischen Forschung (2023)
Dtsch Arztebl Int. 2022; 119(37): 623–9. “Gender Bias in der medizinischen Diagnostik”
Admin - 12:54:40
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